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Das Therapeutische Milieu in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen

entspannte Atmosphäre trotz des ernsten Themas

Prof.Dr. Silke Gahleitner

anschließende Workshops sorgten für den runden Abschluss

„Das Therapeutische Milieu in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen: Trauma- und Beziehungsarbeit in stationären Einrichtungen“
Prof. Dr. Silke Brigitta Gahleitner referierte am 27.01.2012 in Olpe -mit Freude durften die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Josefshauses, Kinderheim der GFO in Olpe, die Psychotherapeutin und Professorin für Klinische Psychologie und Sozialarbeit der Alice Salomon-Hochschule Berlin empfangen. Eingeladen wurden auch das Haus St. Josef in Lüdenscheid und AufWind Attendorn.
Die Erkenntnis, dass 80% der Kinder und Jugendlichen in stationären Jugendhilfeeinrichtungen frühkindliche traumatische Erfahrungen, wie Gewalterfahrungen, Vernachlässigung oder Missbrauch machen mussten, ist nicht nur ein statistischer Wert, sondern spiegelt sich tagtäglich in den Erfahrungen der pädagogischen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen mit den Verhaltensmustern betroffener Kinder wider.
Auf die erschreckende Entwicklung hin, dass die Zahl der Kinder und Jugendlichen mit psychischen Störungsbildern enorm zugenommen hat, reagierte das Josefshaus bereits vor Jahren mit einer Langzeitfortbildung für Mitarbeiter zum Thema Traumapädagogik. Die Fortbildungsreihe befindet sich inzwischen im dritten und letzten Jahr.
Der wachsende Bedarf an psychotherapeutischen Hilfemaßnahmen bewegt sich im Missverhältnis zu den Sparmaßnahmen in medizinischen Einrichtungen, die zwangsläufig eine Verkürzung der Versorgungszeiten in den Kinder- und Jugendpsychiatrien nach sich ziehen. Dies bedeutet in der Jugendhilfe eine Entwicklung in die Richtung, dass Jugendhilfe inzwischen zum Rehabilitationsträger geworden ist. Wo Kinder mit psychischen Störungsbildern in der Vergangenheit vorwiegend in der Kinder- und Jugendpsychiatrie versorgt wurden, werden heute die Kinder und Jugendlichen langfristig in sozialen Einrichtungen versorgt. Dies bedeutet, dass psychosoziale Fachkräfte großflächig mit der Versorgung traumatisierter Kinder und Jugendlicher betraut sind. Die Pädagogen und Pädagoginnen zeigen im Traumabereich geballte Berufserfahrung und komplexe Wissensbestände, haben aber dennoch häufig ein anderes Selbst- und Fremdverständnis. Ergo: viele Pädagogen wissen gar nicht um die Wichtigkeit ihrer „therapeutischen Arbeit“ im Alltag mit den Kindern.
Silke Gahleitner veranschaulichte durch einen gelungen Mix aus statischen Daten, Erkenntnissen aus Forschung und Medizin und Beispielen aus der Praxis, welch zentrale Rolle die Beziehungsstrukturen, die im Heim gelebt werden, für die gesunde Entwicklung der Kinder und Jugendlichen spielt. Die Referentin führte vor, wie pädagogisches und therapeutisches Arbeiten verbunden werden können, um Orientierung und verlässliche Beziehungen für die Kinder und Jugendlichen zu schaffen. Hierbei sprach sie insbesondere von „schützenden Inselerfahrungen“, die Kinder benötigen, um ihre traumatischen Erfahrungen zu verarbeiten. Diese schützenden Inselerfahrungen werden in erster Linie im alltäglichen Umfeld gemacht, also in der Heimgruppe mit ihrer familienähnlichen Struktur, wie sie das Josefshaus bietet. Zudem unterstützt eine gelungene Vernetzung von Institutionen zwischen Heim, Jugendamt, Schule oder Kindergarten, Klinik und Psychotherapie die Chance für das Kind, sich trotz der seelischen Verletzungen positiv zu entwickeln.
Josefshaus - Heilpädagogisches Heim für Kinder und Jugendliche
Maria-Theresia-Str. 34 | 57462 Olpe
Tel.: (02761) 9350-0 | Fax: (02761) 9350 -20
E-Mail: kontakt(at)josefshaus-olpe.de | Internet: www.josefshaus-olpe.de
